aus dem Journal

Steile Arbeit im Paradies

Steile Arbeit im Paradies

Am Durbacher Christbaumweg ist der Halterhof die neunte und damit letzte Station. Das stört Alfred und Rita Halter nicht, denn sie haben diverse Standbeine: Von Weihnachtsbäumen über Ferienwohnungen und Edelbrandbrennerei bis hin zum eigenen Wald haben sie nicht nur eine Trumpfkarte im Ärmel. Wie die Halters ihre Nordmänner am Steilhang produzieren, lesen Sie hier.

Dicht umringt der Wald rechts und links die Straße. Mitten im tiefsten Schwarzwald geht es hinauf zum Halterhof. Einsam an einem Hang steht das Zuhause von Rita und Alfred Halter. Es ist so still hier, dass man die Stille hört. Nachts ist es dunkel, richtig dunkel. Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Oder es verirrt sich ein Wildschwein auf der Terrasse. Halters wissen immer genau: Das Auto, was unterm Hang die Straße hochfährt, fährt zu uns. Solche Kleinode gibt es nicht mehr sehr häufig auf unserer Welt und daher pflegen Rita und Alfred Halter ihr kleines „Paradies“.

Zusammen mit Alfred Halters Eltern und den vier Kindern bewohnen und bewirtschaften sie den Hof in der vierten Generation. Einfach ist das nicht. Auf 483 Meter über dem Meeresspiegel und in Steilhanglage rund um den Hof wurden früher Topinambur, Kartoffeln und Getreide angebaut. Diese Flächen sind heute entweder Obstwiesen mit Williamsbirne, Haferpflaume, Äpfel und Kirschen oder Weihnachtsbaumkulturen. Ja, Nordmanntannen stehen hier überall – selbst die Böschungen sind bepflanzt. Jeder Quadratmeter wird genutzt. „So ein Hangbaum eignet sich hervorragend für die Wohnzimmerecke“, scherzt Alfred Halter.

Pflanzen ist hier noch Schwerstarbeit. Im Gegensatz zum Flachlandproduzenten räumt Alfred Halter seine Kultur nie komplett ab – wegen der Erosionsgefahr. Damit kann sich der Boden in seiner Kultur auch nicht so erholen, wie wenn man eine Zwischenfrucht mit Phacelia oder Gelbsenf setzen würde. Nur mit der Pflanzhacke wird der Boden bearbeitet. „Die Hacke muss erst durch den steinigen Boden, dann können wir die Jungpflanzen einsetzen“, so Alfred Halter weiter.

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