aus dem Journal

Inselbäume vom Maschinentüftler

Inselbäume vom Maschinentüftler

Bereits in der dritten Generation produziert der Familienbetrieb Gerwin Weihnachtsbäume. Die Wurzeln des Betriebes liegen in Nordrhein-Westfalen, im sauerländischen Schmallenberg. Der Hauptteil des Betriebes befindet sich heute jedoch auf der Ostseeinsel Rügen.

Im Hinterhof einer Tante fing alles an. Richard Gerwin brachte vor 50 Jahren Fichten aus dem Sauerland zum Verkauf nach Duisburg – für 3,50 Mark. „Im ersten Jahr habe ich die Hälfte der Bäume wieder mitgenommen und trotzdem die Kosten reingeholt. Da wussten wir: Das kann funktionieren“, erzählt er schmunzelnd. „Im nächsten Jahr warf das Geschäft schon Gewinn ab.“ Die Familie baute sich im Ruhrgebiet ein Netz aus Verkaufsständen von Duisburg bis Dortmund-Rahm auf.

Ende der 1980er Jahre begann Seniorchef Richard Gerwin damit, im Sauerland eine eigene Baumschule zu betreiben. „Der ursprüngliche Gedanke war, für den Eigenbedarf gute Pflan­zen zu ziehen“, erzählt sein Sohn Christian. Doch Kollegen wurden neugierig, wollten Pflanzen kaufen. „Wir haben dann größere Flächen bewirtschaftet und zunächst Lohnanzucht für einige größere sauerländische Produzenten gemacht.“

Bedingungen auf Rügen besser

Christian Gerwin schloss 1990 seine Lehre als Gärtner ab, verbrachte einige Jahre bei der Bundeswehr und übernahm später den Betrieb von seinem Vater, der ihn auch heute noch mit Rat und Tat unterstützt. Inzwischen unterhalten sie 60 Hektar für die Produktion und 1 Hektar für die Baumschule. Sie verlegten die Baumschule und einen Großteil der Weihnachtsbaumproduktion auf die Ostseeinsel Rügen, im Sauerland geblieben sind 10 bis 15 Hektar. Die Bedingungen auf der Ostseeinsel seien einfach besser, berichtet Christian Gerwin. Die Jungpflanzen produziert er inzwischen nur noch dort und hatte bisher immer Glück mit den Bedingungen. Natürlich war wie überall in diesem Jahr auch auf Rügen der Vegetationsbeginn später als sonst. In diesem Jahr verzögerte das Wetter den Beginn aller Arbeiten, es lag Schnee bis Ende April, und der Boden war danach noch so feucht, dass man ihn nicht sofort befahren konnte….

veröffentlicht Porträt